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Leipziger Buchmesse 2014

Vom 13. bis 16. März 2014

Der Stand des Fabuloso Verlages mit der Creativo befindet sich in Halle 5 Reihe F Stand 310 in der Nachbarschaft mit dem Wiesenburgverlag.

Lesungen in den Messehallen im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Leipzig liest“

Marianne Voss
las aus dem Kinderbuch „Drei Sonnen und ein magischer Hut“
am Freitag den 14. März um 14:00 – 14:30 Uhr
in der Lesebude Halle 2 Stand E302

14 Kinder 1355

Gerlinde Lenz
las aus den Erzählungen: „Spitzentanz“
am Samstag den
15.März um 17:00 – 17:30 Uhr

14 Lenz 1382


Beide Lesungen wurden von Richard Erren mit eigenen Liedern auf der Gitarre begleitet.

 

Meine Leipziger Buchmesse 2014
Marianne Voß

4.50 Uhr, oh nein, ich bin hellwach, viel zu früh! Ich bräuchte die Stunde Schlaf doch noch so dringend…!
Es hilft nichts… Heute ist es soweit: Ich lese aus meinem Buch „Drei Sonnen und ein magischer Hut“ auf der Leipziger Buchmesse. Die Aufregung der letzten Tage hat sich wieder in meinem Körper und meiner Seele breit gemacht. Mein Blut fließt mit Überdruck durch die Adern und ich beginne zu schwitzen. Ich prüfe mein Befinden: Keine Kopfschmerzen, keine Heiserkeit. Gut!
Die Gedanken rasen in einer Geschwindigkeit durch meinen Kopf, dass mir ganz schwindelig wird. Ich muss aufstehen, noch mal alles durchgehen. Zum wievielten Mal? Ich bin gut vorbereitet. Eigentlich kann nichts schief gehen. Eigentlich… Horrorszenarien laufen vor meinem inneren Auge ab. Buch vergessen, Heiserkeit, Blackout…
Endlich steht Norbert auf. Alles ist noch im Rahmen mit reichlich Zeitpuffer.
Wie voraus zu sehen sind wir 20 Minuten zu früh am Bahnhof Berlin-Südkreuz und drücken uns rum. Es weht ein eisiger Wind. Wenn ich mir hier jetzt noch eine Erkältung hole?! Mit Husten und Schnupfen und womöglich noch Heiserkeit?!
Dann sitzen wir im Zug. Jetzt kann nichts mehr schief gehen! Um uns herum sitzen viele junge Leute mit überdimensionalen Koffern. Junge Mädchen laufen durch den Zug, treffen ihre Freundinnen, fallen sich um den Hals, schnattern, fragen nach Kostümen, bewundern Schminke und Accessoires.
Da fällt es uns ein: die 1. „Manga-Convention“ auf der Leipziger Buchmesse. Wir unterhalten uns mit den beiden netten Mädels, die uns gegenüber sitzen. Sie erzählen uns, dass sie ihre Kostüme selber geschneidert haben, mit allem Schnickschnack dran, bis hin zu passenden Taschen zu ihren Kleidern. Um uns herum wird sich bunt und fröhlich geschminkt, Treffpunkte werden vereinbart und Accessoires bewundert. Das bunte Treiben lenkt uns ab und wir sind schneller in Leipzig als gedacht.
Es ist das erste Mal, dass Norbert mit mir nach Leipzig zur Buchmesse kommt und ich bin froh, dass er mitgefahren ist. Er ist meine moralische Unterstützung für die Lesung.

14 Halle 6245

Ich war schon einige Male auf der Buchmesse und freue mich jedes Mal über den Anblick der schönen Glashalle mit dem See davor. Auch Norbert ist beeindruckt und schießt die ersten Fotos. Die Sonne scheint und in der Glashalle wirkt alles hell und freundlich. Die Menschen haben frohe Gesichter. Die Freude in die Welt der Literatur einzutauchen, ist ihnen anzusehen. Eine gespannte Erwartung liegt in der Luft. Noch sind die Hallen nicht geöffnet. Menschenmassen bilden sich vor den Eingängen zu den Hallen.

Es ist 10.00 Uhr. Die Hallen werden geöffnet.
Um mich zu beruhigen, will ich mir einen ersten Überblick verschaffen. Unser Ziel ist Halle 2, Lesebude 2. Dort werde ich heute Nachmittag mit musikalischer Untermalung lesen. Wir sind beeindruckt von der „Location“. Es liest gerade ein älterer Mann (den Namen haben wir vor Aufregung nicht realisiert). Er ist großartig und das Publikum ist gefesselt. Er liest kleine Geschichtchen, bezieht die Kinder mit ein und hat lustige Gedichte auf Lager. Auch die Erwachsenen sind schnell in seinen Bann gezogen. Ist der gut! Ich schaue Norbert an. Er lächelt mir aufmunternd zu. „Du bist auch gut. Du kannst das super.“
Wir machen uns auf den Weg nach Halle 5 zum Fabuloso-/Creativo-Stand. Sollte ich mir auf dem Weg dorthin nicht die ein oder andere Präsentation mal anschauen? Es ist noch genügend Zeit, da ich doch erst heute Nachmittag lesen „muss“! Wir gehen weiter.

14 Stand 6257
In Halle 5, Reihe F ist keine Gudrun Strüber weit und breit zu sehen. Aber ein Mann steht dort. Richard Erren, der Musiker, den ich bisher nur von dem Foto den Creativo- und Fabuloso-homepages gesehen habe. Nach einer herzlichen Begrüßung legt sich die Aufregung wieder etwas. Die Chemie stimmt zwischen uns. Großartig!
Wir kommen schnell ins Gespräch. Den Ablauf der Lesung haben wir schon am Telefon besprochen. Jetzt geht es um die Feinabstimmung.
Gudrun Strüber kommt von einer Lesung zurück an ihren Stand. Sie berichtet begeistert von der Lesung von Christian Anders. Wir sehen uns heute erst zum dritten Mal und werden doch schnell wieder miteinander warm. Am Stand wirkt alles sehr eingespielt und professionell. Ich merke, dass ich hier gut aufgehoben bin und erlange mehr Sicherheit. Nachdem wir Treffpunkt und Uhrzeit meiner Lesung vereinbart haben, machen Norbert und ich uns auf den Weg, um uns doch noch einiges anzusehen. Unser erster Weg führt uns in Halle 1 zur ersten Manga-Convention. Nun wollen wir uns anschauen, was die vielen jungen Leute aus dem Zug in ihren großen Koffern hatten. Wir können uns nicht satt sehen. Wie fantasievoll, wie schön und wie kreativ! Die Kostüme sind so vielfältig, dass wir oft stehen bleiben und staunen. Norbert drückt auf den Auslöser des Fotoapparates und auch er ist beeindruckt. Fotografiert werden gehört für die Besucher der Manga-Convention dazu – sehen und gesehen werden. Die jungen Leute posieren und lassen sich gerne fotografieren. Das ist Ehrensache. Verständlich. So breitet sich ihr Hobby und ihre Passion im Zeitalter des Internets aus und erhält immer mehr Anhänger und Fans. Eine schöne Kultur!

14 Manga 6270

Die Zeit der Lesung rückt immer näher.
An der Lesebude 2 in Halle 2 angekommen empfängt uns schon Richard. Er hat seine Gitarre bereit und wir lauschen unserer Vorgängerin. 14.30 Uhr. Die Damen vor uns machen nicht den Eindruck, dass sie ihre Lesung beenden wollen. Die Minuten verrinnen. Die Zeit, die die Damen überziehen, geht von meiner ab. Wie unfair!
Richard schaut mich an… und zieht los. Er nimmt seine Gitarre, baut seinen Notenständer und den Stuhl auf dem Podium auf und verbreitet Unruhe. Super! Die überziehenden Damen schauen irritiert. Schnell beenden sie die Lesung und ziehen von dannen. Im Publikum sitzen meine Tochter Paula mit zwei Freundinnen (sie ist mit ihrer Schulklasse zur Buchmesse gekommen), meine liebe Freundin Gaby, Johanna G. Lenz, eine Creativo-Autorin und –Künstlerin, Norbert, der filmt und natürlich viele fremde Kinder und Erwachsene.
Es geht los. Ein Kloß steckt in meinem Hals! Der Mund ist trocken und ich glaube keinen Pieps herauszubekommen. Gudrun sagt die Lesung an und Richard spielt sein erstes Lied. Wie souverän die beiden sind! Ich beruhige mich langsam und beginne:
„Letrusia
Noch drei Handgriffe, noch zwei, noch einer … Drillo schwingt sich mit Elan über die Kante. Oben! Wow! Die neue Ausrüstung ist klasse…“

Ich zittere immer noch, aber meine Stimme wird etwas sicherer. Blickkontakt zum Publikum nicht vergessen, nicht hetzen, langsam lesen, auf die Betonung achten! Oh nein, verhaspelt. Ich schaue ins Publikum, keiner scheint etwas gemerkt zu haben. Der erste Teil ist fertig gelesen. Richard spielt sein nächstes Lied. Ich bin begeistert. Die tollen Texte, die er sich zu meinem Buch ausgedacht hat. Großartig! Die letzten Töne erklingen und ich lese weiter. Hilfe, jetzt bleibt wirklich gleich meine Stimme weg. Ich merke, wie ich heiser werde, muss mehrfach schlucken und sehne das Ende der Lesung herbei. Hoffentlich hält die Stimme durch! Die Buchseiten zittern beim Umblättern. Noch eine Seite… Geschafft! Ich schaue erleichtert in die Runde. Richard spielt sein letztes Stück und er ermahnt uns auf uns Menschen, die Natur, unseren Planeten für die Zukunft unserer Kinder aufzupassen. Welch schöner Abschluss und so ist uns der Applaus sicher!
Gudrun hat das Schlusswort und weist auf den Fabuloso-/Creativo-Stand in Halle 5 hin.

14 Kinder 6319
Wir haben es geschafft, sind zufrieden, machen noch einige Fotos und begießen den erfolgreichen Tag mit einem Bierchen (der bei einigen ein Kaffee ist). Meine Stimmung ist jetzt mindestens im 10. Stock angelandet.
Entspannt schauen wir uns noch bis zum Schluss auf der Messe um und fahren glücklich über den schönen Tag mit dem Zug wieder nach Hause zurück nach Berlin.

Abends schauen Norbert und ich das Video an, das er von der Lesung gedreht hat. Wo sind die zitternden Hände, die verkrampften Gesichtsmuskeln, die Heiserkeit und das Zittern in der Stimme? Ich lache ja sogar! Welch Diskrepanz zwischen meiner Selbstwahrnehmung und dem Tatsächlichen…!