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Monika Adolph Leen Aloh Werner Betz Anneliese Blacha Melanie Buhl Dorothea Christian Richard Erren Dirk Gerhardt Dietrich W. Grobe Hartmut Grosser Ingrid Hammer Brigitte Isensee Friedesine Strüver Walter Kiefl
Hella Lach Norbert Lang Johanna G. Lenz Sarina M. Lesinski Gerhard Ludwig Barbara Merten Alexandra Pfister Ralph Schneider Michaela Schreier Gudrun Strüber Manuela Tietsch Michael Touma H. D. Viel Dagmar Westphal

Michaela Schreier Anneliese Blacha H. Dieter Viel Gudrun Strüber Alexandra P. Pfister Johanna Gerlinde Lenz Walter Kiefl Ingrid Hammer Hartmut Großer Leen Aloh Hella Lach Melanie Buhl Dietrich W. Grobe Siegfried Eisfeld Michael Touma Manuela O. Tietsch Ralph Schneider Hanna Jüngling Dagmar Westphal Gerhard Ludwig Dorothea Christian Sarina  M. Lesinski Dirk Gerhardt Norbert Lang Monika Adolph

 

 

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Eine Leseprobe aus:
Am Abgrund
Der Alptraum nach dem Überleben
(Monika Sieger / Walter Kiefl )

Leben nach dem Überleben.
Erfahrungen und Betrachtungen eines schwerverletzten Attentatopfers

Für viele überlebende Opfer von Gewaltverbrechen stellt die erlittene Straftat nur die erste Etappe in einem langen - oft lebenslänglichen - Leidensweg dar. Abgesehen von dauerhaften körperlichen Schäden und den damit einhergehenden Beeinträchtigungen tragen die Prozesse der sogenannten „sekundären Viktimisierung“ (1) zu einer einschneidenden und häufig dauerhaften Beeinträchtigung der Lebensqualität bei. Staat, Gesellschaft, Justiz und Leistungsträger (Versicherungen, Versorgungsämter, Berufsgenossenschaften) verhalten sich hier nicht nur weitgehend indifferent, sondern sind mitunter selbst „aktiv“ an einer weitergehenden Bedrückung und Zermürbung der Opfer beteiligt. Die nachfolgend skizzierte Fallgeschichte, die in unserem Buch ausführlich beschrieben ist (2), belegt auf eindringliche Weise die Gültigkeit des „Matthäus-Prinzips (3) bzw. die Fragwürdigkeit der immer noch weit verbreiteten (weil beruhigenden) Auffassung, daß Justiz und Sozialstaat ein ernsthaftes Interesse an der Kompensation erlittenen Unrechts haben.

Vorgeschichte: Vor fast 20 Jahren hat ein bereits auffällig gewordener gemeingefährlicher Psychopath ein Säureattentat auf die damals 32jährige Geschäftsführungsassistentin Simone W. auf ihrem Heimweg von der Arbeit verübt. Simone überlebte schwerverletzt und hat seither unter erheblichen körperlichen Beeinträchtigungen - insbesondere bezüglich ihrer Sehkraft - und Abhängigkeit von Ärzten und Medikamenten zu leiden. Ihre vielversprechende Berufskarriere wurde jäh und dauerhaft unterbrochen, was sich auch in erheblichen finanziellen Einbußen (seit dem Überfall und zukünftig bei der Rente) und dem Verlust ihrer wirtschaftlichen Unabhängigkeit bemerkbar macht. Ebenso belastend haben sich jedoch auch die Voreingenommenheit der Polizei, die Indifferenz der Justiz, die Schikanen der Leistungsträger, die Gefühllosigkeit und Willfährigkeit von Ärzten, Gutachtern und Therapeuten und die Gleichgültigkeit und Verdrängungsbereitschaft der Gesellschaft insgesamt sowie die vielfältigen, direkt oder indirekt auf das Verbrechen und seine Folgen zurückgehenden Beeinträchtigungen im Alltagsleben ausgewirkt.

Im Folgenden wollen wir die einzelnen Beiträge zur Opferkarriere skizzieren.

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Dr. Walter Kiefl