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Messespitzen Leipzig


Die Leipziger Buchmesse 2006 liegt hinter uns. Es waren so viele Besucher wie noch nie da, besonders am Samstag. Auch ich befand mich kurzzeitig eingekeilt in dem Gedränge auf einer der Brücken, die die Ausstellungshallen verbinden. Der Boden zitterte, Panik stieg in mir auf. Hält die Brücke das aus? Auch die schmale Wendeltreppe, die zum Erdgeschoss führt, schwankte bedenklich. Zentimeter für Zentimeter kämpfte ich mich vorwärts bis zu den Creativo-Autoren am Messestand des Fabuloso-Verlages. Und dort blieb ich die nächsten Stunden.
Es ergaben sich wieder viele gute Gespräche und Anregungen mit Besuchern, Buchhändlern, Journalisten, anderen Ausstellern und Autoren.

Wenn man schon auf der Messe ist, sollte man sich einen Ausflug in die Innenstadt nicht versagen.
Also fuhren Dorothea Christian und ich am Nachmittag bis zum Hauptbahnhof, vor dem z.Zt. eine riesige U-Bahn-Baustelle ist. Durch die Nikolaistraße gingen wir zur Nikolaikirche und legten dort eine Besinnungspause ein. Wir bewunderten die prachtvolle helle Innenausstattung der Kirche in Weiß, Rosa und zartem Grün. Die Palmenkapitelle über den Säulen sind etwas besonderes Schönes. In dieser Kirche hat Johann Sebastian Bach auch die Orgel gespielt.
Weiter gingen wir an der reich verzierten Börse, dem Goethedenkmal und dem prächtigen Rathaus mit seinen Sandsteinarkaden vorbei und bogen in das Barfußgässchen ein. Dort fanden wir das älteste Kaffeehaus Deutschlands (von 1694): Zum Arabischen Coffe Baum. Hier kehrten wir ein, gönnten uns ein Schälchen Heeßen und eine Leipziger Lerche in der altertümlichen Umgebung, danach noch einen Rundgang durch das Museum im Haus. Dort fanden wir den Spruch: Kaffeekränzchen sind Versammlungen, bei denen die Dohlen den Krähen erzählen, wie schwarz die Raben sind.

Auf dem Weg zur Thomaskirche und dem Bachdenkmal faszinierten mich immer wieder die stattlichen Häuser im Jugendstil mit ihren prachtvollen Erkern und Toren. Sie deuten auf wohlhabende Erbauer hin. Leider konnten wir die Thomaskirche nicht von innen besichtigen, weil der Thomanerchor gerade für die sonntägliche Messe probte.
Als Krönung des Tages stiegen wir hinunter in Auerbachs Keller und speisten dort in klassischer Atmosphäre die berühmte Kartoffelsuppe und einen Sauerkrautauflauf, - ebenfalls eine Spezialität des Hauses - da das gewünschte Leipziger Allerlei nur zur Zeit des frischen Gemüses angeboten wird. Zum Abschluss gab es einen Leipziger Allach, einen Kümmellikör.
Johanna Gerlinde Lenz

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