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19. November 2008 Kunst im Kasten: Funde in neuem LichtObjektkunst von Anna Marianne Sidenstein-Berwig |
Vom Müll zum Kunstobjekt: Anna Marianne Sidenstein-Berwig zeigt Objektkunst aus gefundenen Alltagsgegenständen. |
| Sie wurden gefertigt aus Fundstücken die Anna
Marianne Sidenstein-Berwig im August 2007 in großen Mengen in
einem Waldstück bei Düshorn fand. Zerbrochenes, Zurückgelassenes, Fragmente eines Porzellanengels, billiges Einwegspielzeug und vieles mehr. Der vorausgegangene Düshorner Flohmarkt schien des Rätsels Lösung zu sein. |
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| Düshorn/Ellinghausen. Die Objektkunst nahm bereits ihren Anfang im ersten Viertel des vergangenen Jahrhunderts. Braque und Picasso entwickelten Objektfragmente des täglichen Lebens. Auch die Künstler des Surrealismus und der Renaissance führten die Objektkunst fort. Anna Marianne Sidenstein-Berwig entwickelte ihr eigenes Vokabular zum objekt trouve in phantasievoller Poetik und ästhetischer Qualität. Zu entdecken sind neue Weiten: Industriell gefertigte Gegenstände, nun isoliert von ihrer eigentlichen Funktion, die unter den Händen der Künstlerin eine neue Bedeutung erhalten. Eine bizarre Abstraktion prägt durch Einbeziehung eines farbigen Hintergrundes das zerbrochene Kruzifix. Ein kurzes Soldatenleben auf schwarzem Hintergrund in aggressiver Ambivalenz Hoffnung und Warnung in der Endlichkeit eines Porzellanmedaillons: Apotheose eines Soldaten. Wie das Grauen kann sich aber auch der Witz in den banalsten Dingen verbergen. Anna Marianne Sidenstein-Berwig versteht es, jeden beliebigen, verbrauchten Gegenstand eine eigene Sprache zu geben: eine kleine rote Gipshand, die Schmucknadel als Barett integriert in die Zeichnung eines Clochard, mit dem Titel Die leisen Töne der Hoffnung. In der Objektinstallation Bitte anschnallen wird ein Spielzeugflieger eingesetzt, der als Landebahn den Arm einer Schattenspielfigur benutzt. Bei einem. anderen Objekt ist der Materialcharakter in keiner Weise beschönigt, sondern seine markante Wirkung auf die Spitze getrieben. So präsentiert sich beim Fegefeuer die kalte Hässlichkeit eines Feuertürchens mit einer sarkastischen Öffnung. Die Ausstellung ist in der Zeit vom 23. bis einschließlich 30. November täglich von 16 bis 19 Uhr in der Galerie zu besichtigen. |
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26.November 2008 Müll wird zu paradoxer Kunst(sl) Vor Beginn der Lesung von Horst von Hassel zu dem Leben
und Werk |
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| Kunst im Kasten gibt Anstöße zum Nachdenken",
sagt die Künstlerin Anna Marianne Sidenstein-Berwig über
ihr Werk, das sie in Form von rund 400 Kleinteilen, angefangen vom
Inhalt eines Überraschungseis über Spielzeug, Dekorationsgegenstände
bis zu Fragmenten einer Porzellanpuppe im Wald gefunden hatte und
in Schaukästen zu verblüffenden, amüsanten und ungewohnt
paradoxen Materialkombinationen und Bildern gestaltete. Jede Assemblage
erzählt eine Geschichte, ein Gedicht, lädt den Betrachter
auf eine bizarre Entdeckungsreise ein. Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 30. November täglich von 16 bis 19 Uhr. |
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Galerie zeigt Bilder von SchülernEllinghausen. Bei der Ausstellungseröffnung anlässlich des Weltkindertages mit Bildern der Schüler der Ludwig-Rahlfs-Schule in Düsholm versprach Künstlerin Anna Marianne Sidenstein-Berwig zwei Dinge: Eine Wiederholung der Ausstellung in der Galerie jottwedee am ersten Adventssonntag und ein neues Märchen über Pelle, den Elch. Beide Versprechen wird sie am Sonntag, 30. November, um 15 Uhr einlösen. Zusätzlich zu den im September ausgestellten Bildern der zweiten
Klassen werden am ersten Advent Bilder der vierten Klassen der Ludwig-Rahlfs-Schule
zu sehen sein. Die Schüler haben im Rahmen einer Klassenfahrt
nach Spiekeroog eifrig gemalt, um der Künstlerin eine Freude
zu machen. Es sind farbenfrohe und lebendige Werke dabei herausgekommen,
die die Fantasie und Kreativitát der Kinder widerspiegeln. |
"Es gibt keinen Erfolg ohne Frauen"Horst von Hassel beleuchtet das Leben von Autor, Jornalist und Zeitkritiker Kurt Tucholsky
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Näherte sich Kurt Tucholsky: Horst von Hassel begeisterte wiederholt sein Publikum in der Galerie "Jottwedee" |
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Ellinghausen (sl). Kurt Tucholsky, 1890 in! Berlin geboren und am 21. Dezember 1935 in Göteborg verstorben, zählte zu den bedeutendsten Publizisten der Weimarer Republik. Als politisch engagierter Journalist und Mitherausgeber der Wochenzeitschrift Die Weitbühne wurde er bekannt als, Gesellschaftskritiker. Zugleich war er Satiriker, Kabarettautor, Liedtexter, Romanautor und Lyriker, Pazifist und Zeitkritiker, Gegner von Nationalismus und Militarismus. Pseudonyme wie Kasper Hauser, Peter Panter, Theobald Tiger oder Ignatz Wrobel waren ihm zuzuschreiben. Grundlage der Lesung von Horst von Hassel bot der Roman von Gerhard Zwerenz: Gute Witwen weinen nicht. Mit Prosatexten und Gedichten zu den unterschiedlichsten Aspekten
zeichnete von Hassel ein Bild eines Autoren, der den Menschen mit
seinen Texten oft einen Spiegel vorhielt. Horst von Hassel spannte
den Bogen zwischen politisch-sozialkritischem Engagement des Dichters
und dem Exil, der Liebe sowie dem Tod. Es gibt keinen Erfolg
ohne Frauen schrieb Kurt Tucholsky. In Hindas (Schweden),
wo er seit 1929 lebte, hieß er nur der Doktor, Gertrude Meyer,
seine Gefährtin der letzten Jahre, nannte ihn Peter. Da waren
aber auch Frauen wie Lisa Matthias, oder Nuuna Hedwig
Müller, die ihm Kraft gaben. Er verspottete die Suche
nach Idealen als Weltfremdheit und suchte selbst danach. Er behauptete,
keine großen Ansprüche an die Menschen zu stellen, und
stellte die höchsten. Er gab sich kühl und rational und
wurde doch oft seiner Gefühle nicht Herr, schreibt Zwerenz. |
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