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Eine Leseprobe aus:
Wenn die D-Saite reißt
(Ingrid Hammer)
Es hat geschneit und Krankenwagen heulen. Die Feierlichkeit von
Bachs H-Moll liegt in der Luft.
Kühl ist es. Die linke Schulter schmerzt, dort sitzt das Herz,
Ort des Grauens, in miesen Filmen abgebrüht. Von allen guten
Geistern verlassen, platzt dieses dämliche Ding in die unpassendsten
Situationen. Bühne frei, es darf nicht gehustet werden.
Verstecken unterm Himmel, irgendwo. Eichen bewundern, dies Leuchten
des Schnees - und Zärtlichkeit in die Welt! Die Kerze flackert
noch; Bach ist verstummt. Ich frage: Wie soll das enden? Flucht
oder Sklaverei?
Nordhäuser sind gut - die Schnäpse und die Schauspieler.
Animal Farm als Sprechtheater. Nach der Befreiung waren alle Tiere
gleich, aber es dauerte nicht lange, da waren die Schweine wieder
gleicher.
Schweigen ist Schuld lese ich, selten Gold. Mich fröstelt,
wenn ich an Goldzähne denke, wenn ich an meine Feigheit denke.
Manchmal sage ich: "Stellen Sie doch den Motor ab!", manchmal
gehe ich schweigend vorbei. Dann dieses fiese Gefühl in der
Magengrube.
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