// // // // // // //
Monika Adolph Leen Aloh Werner Betz Anneliese Blacha Melanie Buhl Dorothea Christian Richard Erren Dirk Gerhardt Dietrich W. Grobe Hartmut Grosser Ingrid Hammer Brigitte Isensee Friedesine Strüver Walter Kiefl
Hella Lach Norbert Lang Johanna G. Lenz Sarina M. Lesinski Gerhard Ludwig Barbara Merten Alexandra Pfister Ralph Schneider Michaela Schreier Gudrun Strüber Manuela Tietsch Michael Touma H. D. Viel Dagmar Westphal

Michaela Schreier Anneliese Blacha H. Dieter Viel Gudrun Strüber Alexandra P. Pfister Johanna Gerlinde Lenz Walter Kiefl Ingrid Hammer Hartmut Großer Leen Aloh Hella Lach Melanie Buhl Dietrich W. Grobe Siegfried Eisfeld Michael Touma Manuela O. Tietsch Ralph Schneider Hanna Jüngling Dagmar Westphal Gerhard Ludwig Dorothea Christian Sarina  M. Lesinski Dirk Gerhardt Norbert Lang Monika Adolph

 

 

Bitte wählen Sie aus:


 


 

 

 

 

Zeit auf Hiddensee
(Dorothea Christian)

 

Regenböen prasseln gegen das Fenster.

Das Geräusch weckt mich.
Am besten die Bettdecke über beide Ohren ziehen und die Urlaubszeit anhalten. Warum eigentlich?

Also erst einmal Frühstück.
Hell leuchten die Kerzen auf dem Tisch; hatte ich bei Sonnenschein gar nicht bemerkt.

Wir sitzen zusammen und lassen uns das reichhaltige Frühstück schmecken, erzählen.

Dann gehen wir in die Gastwirtschaft und spielen Carcassonne, nicht nur einmal.
Das ist Urlaub: nicht abräumen, nicht planen fürs Mittagessen, nicht einkaufen müssen.
Einfach spielen und sich freuen über die geschenkte Zeit.

Ich erzähle, dass bei Sturm Bernstein an Land gespült wird.
Dort, wo die Algenberge am Strand liegen, ist er zu finden.

Paula hält es nicht mehr in der Stube. Mit Anorak und Stiefeln aufs Rad und ab ging´s. Sie weiß, wo die Algenberge sind, zwischen Vitte und Kloster, aber es gibt auch andere Stellen.

Peter und ich spielen weiter. Russische Schokolade wärmt und wir finden: Sturm und Regen sind auch mal schön.
Später verkriechen wir uns mit einem Buch in unsere Betten.

Am Nachmittag laufen wir durch den Regen ins "Hittin".
In der urigen Gaststube sitzen wir bei selbstgebackenem Apfelkuchen mit Schlagsahne.
Der Blick auf den grauen Bodden - da ist der alte Gau ins Wasser gefallen, das war sein Ende.
Immer noch Regen und Sturm, Melancholie tropft in unser Hirn.
Wir drängen uns gegen den Wind zum Wieseneck.
Paula ist zurück. Mit strahlenden Augen präsentiert sie ihre Beute.
Für uns Anfänger beträchtlich.
"Ingo war auch da," berichtet sie, "mit Stiefeln bis zu den Hüften hob er die angeschwemmten Algen mit einem Käscher an Land. Mit geübtem Blick fand er seine Steine. Am Strand die Glücksucher, sie durchwühlten den Tang und wurden manchmal fündig."

Es gibt viel zu erzählen bei heißem Sanddorn.
Zum Abendessen Heringsstipp nach Hausfrauenart und dann spielen wir wieder.
Der Geruch von Gebackenem und Gesottenem, von feuchter Kleidung und Kaffee wabert durch den Raum.
Ein Gesumm von vielen Stimmen, Lachen.
Die Kerzen leuchten und es ist urgemütlich.
Was stören uns Sturm und Regen, die an der Tür rütteln?

Ein guter Regentag und morgen wird wieder die Sonne scheinen, vielleicht. Über der Insel wechselt das Wetter schnell.



zurück

Dr. Walter Kiefl