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Eine Leseprobe aus:
Der Hofgarten in München
(Walter Kiefl)
Seit 1409 nutzten die Herrscher in München
den Hofgarten als Jagdrevier, zur Hofhaltung, als Gemüsegarten
oder Exerzierplatz. Im Jahr 1780 der Öffentlichkeit zugänglich
gemacht, laden seither die Schönheit der Anlagen und ihre eindrucksvolle
Rahmenbebauung zum Flanieren ein:
"Hier wird an Sonn- und Festtagen jeder neue Putz zur Schau
getragen; hier ist der offene Markt der Reitze, hier wird geschmachtet,
geseufzet, getändelt und geliebäugelt..."
Im Jahr 1974 erhielten ein paar Boulespieler die offizielle Erlaubnis
zum Spiel im Hofgarten. Mittlerweile sind die Boulisten Münchenweit
bekannt und aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken. Vor fünfundzwanzig
Jahren richtete die Münchner Kugelwurfunion erstmals das Pétanque?Turnier
im Münchner Hofgarten aus. Zum Jubiläumsturnier erscheint
nun diese Retrospektive, sie widmet sich gleichermaßen der
Geschichte des Münchner Hofgartens und der Tradition des Boulesportes
in München:
"Schwer zu sagen, ob Boule ein Sport, eine Weltanschauung
oder doch nur ein Spiel ist oder schlicht ,Amusement'. Auf jeden
Fall ist es ein Spiel für die Seele. Boule, das gefühlvolle
Werfen von Eisenkugeln über einen Sandplatz. Vor allem aber:
französische Lebenskunst pur!"
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