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Eine Leseprobe aus:
Jungfrauen für die Götter
(Gudrun Strüber)
Eigenartig ist es diesem Zusammenhang auch, daß alle Säugetiere
einen Hymenalring (Bindegewebering) im Geburtskanal an der Stelle
besitzen, an der beim Menschen und bei den höheren Affen das
Hymen (Jungfernhäutchen) ist. Da die Natur ja nichts zwecklos
produziert und das Hymen eigentlich keine Aufgabe hat, kann nur
vermutet werden, daß dieses Häutchen aus dem Hymenalring
zum Zweck einer Kontrolle herausgezüchtet wurde.
Nur bei der Erstgeburt einer Jungfrau kann also die Vaterschaft
des Mannes, der das Hymen zerstört hat oder der durch künstliche
Befruchtung seinen Samen einbringt, mit absoluter Sicherheit angenommen
werden. Bei allen anderen Geburten muß der Mann glauben, was
die Frau ihm sagt. Die einzige Ausnahme wäre, wenn die Frau
in Einzelhaft gefangen gehalten würde. Das dieses hin und wieder
vorgekommen ist, wird durch die Märchen und Mythen berichtet.
In dem Märchen Rapunzel und auch im Märchen Jungfer Marleen
steht eindeutig, daß diese Jungfrauen vor einem Verkehr mit
dem falschen Mann geschützt werden sollten.
Die Jungfrau Dornröschen wird einfach schlafen gelegt und bei
Schneewittchen wurde sogar versucht sie im jungen Alter zu töten.
Was sollte damals verhindert werden? Das bißchen Eifersucht
der Stiefmutter kann es ja wohl nicht gewesen sein.
Sollte hier eine Vererbungslinie gänzlich unterbrochen werden?
Schneewittchens Mutter war ja schon tot. Oder war es Protest? Viele
Jungfrauen ziehen aus um den „richtigen“ Mann zu suchen.
Andere wiederum warten wie die klugen Jungfrauen in der Bibel auf
den Richtigen.
Nur - wer entschied welcher Mann der „Richtige“ war
?
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