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Unterwegs
Reiseerfahrungen und Betrachtungen zum Tourismus
Bei den hier vorgestellten Reiseerlebnissen - überwiegend
Schilderungen von Begegnungen auf Reisen - handelt es sich um keine
besonders dramatischen oder spektakulären Begebenheiten, wie
ja überhaupt die meisten Urlaubsreisen glücklicherweise
nicht allzu aufregend verlaufen und sich viele wohltuende, erholsame
und aufbauende Momente als stille Erlebnisse" schlecht
in Worte oder gar spannende Erzählungen fassen lassen.
Eine Gemeinsamkeit der Geschichten besteht darin, dass sie das Umgehen
mit mehr oder weniger komplizierten oder zumindest ungewohnten Situationen
in einem nicht vertrauten geographischen und sozialen Umfeld zum
Thema haben, sei es die Suche nach einer Pilgerherberge oder einem
Omnibusbahnhof oder das Verhalten gegenüber einem streunenden
Hund oder einer nachtragenden Mitreisenden. Dazu gehört auch
das Eingehen von Risiken, wenn es etwa darum geht, einen suspekten
Fremdenführer auf Distanz zu halten, das Interesse an einer
attraktiven Urlaubsbekanntschaft zu wecken, sich im Rotlichtmilieu
einer griechischen Großstadt verständlich zu machen oder
sich an einem Textilstrand der lästig gewordenen Badekleidung
zu entledigen. Dabei wird deutlich, dass Reisen nicht grundlegend
anders als der normale" Alltag, sondern oft nur etwas
akzentuierter - weniger aus spektakulären großen Abenteuern
besteht, als aus einer Vielzahl kleiner" Begebenheiten,
die lediglich aufgrund veränderter Erwartungen und Wahrnehmungen
als bedeutungsvoller eingeordnet und bewertet werden.
Dr. Kiefl, Walter (Hg): Unterwegs
München: MentalLibre 2011, 116 S.;
Preis: 10,00 Euro (978-3-940223-12-8)
Leseprobe
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