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Hab´ich mein Leben verspielt
oder habe ich mein Geld spielend verdient?
Lebenserinnerungen
100 Seiten
10 Euro (vergriffen)
Leseprobe Seite 7
Es war einmal so beginnen alle Märchen, so auch unsere
Geschichte vom Puppenspieler.
Also:
Es war an einem wunderschönen Tag im Wonnemonat Mai des Jahres
1907, als ein Knäblein das Licht der Welt erblickte. In einem
kleinen Dorf inmitten schöner Wälder stand in der Dorfmitte
gegenüber der Kirche ein Haus. In der unteren Etage waren ein
Lebensmittelgeschäft und eine Gastwirtschaft. Direkt über
der Gaststube drängte also das Knäblein in die Welt und
schrie seine Freude oder seinen ersten Schmerz in die Welt.
Er war das erste Kind seiner Eltern und natürlich der Stolz
seines Vaters: Ein Stammhalter. Aus dem einen Fenster sah man bergauf,
aus dem anderen bergab. Aus der hinteren Tür führte der
Weg direkt in einen Berggarten mit herrlichen alten Bäumen.
Das Knäblein wurde auf die Namen Erwin Gustav Wilhelm Gottlieb
getauft und wuchs zur Freude seiner Eltern heran.
Es war noch die gute alte Zeit, wo das Ei noch zwei Pfennige kostete.
Es bleibt jedem selbst überlassen, zu beurteilen, ob die Zeit
wirklich so gut war. Es war der Aufbruch in das Industriezeitalter
mit all seinen Vor- und Nachteilen, mit seinen Problemen. Die Zeit
verging und aus dem Knäblein war inzwischen ein kleiner Knabe
geworden, der am liebsten am Bach, dem Wendebach, spielte. Brücken
baute, ganz gleich, ob er seinen weißen Matrosenanzug, den
derzeitigen Sonntagsanzug oder seinen Alltagsanzug trug. Er musste
nun zur Schule gehen. Es war der Beginn des ersten Weltkrieges.
Die Mobilmachung wurde auch in dem kleinen Dorf bekannt gemacht.
Ein Gendarm wurde am Dorfbrunnen postiert, damit kein böser
Feind das Trinkwasser vergiftete. Alle Welt glaubte, der Krieg gehe
schnell vorbei, so auch Erwins Vater. Und so sollte Erwin, der inzwischen
ein Brüderchen bekommen hatte, noch ein Jahr mit dem Schulbeginn
warten, meinte sein Vater. Doch es dauerte alles viel länger.
Erwin musste zur Schule trotz Krieg, von dem man aber in dem kleinen
Dorf wenig merkte, außer dass die jungen Männer zu den
Soldaten mussten, von denen einige verwundet, andere gar nicht wiederkamen.
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