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Monika Adolph Leen Aloh Werner Betz Anneliese Blacha Melanie Buhl Dorothea Christian Richard Erren Dirk Gerhardt Dietrich W. Grobe Hartmut Grosser Ingrid Hammer Brigitte Isensee Friedesine Strüver Walter Kiefl
Hella Lach Norbert Lang Johanna G. Lenz Sarina M. Lesinski Gerhard Ludwig Barbara Merten Alexandra Pfister Ralph Schneider Michaela Schreier Gudrun Strüber Manuela Tietsch Michael Touma H. D. Viel Dagmar Westphal

Michaela Schreier Anneliese Blacha H. Dieter Viel Gudrun Strüber Alexandra P. Pfister Johanna Gerlinde Lenz Walter Kiefl Ingrid Hammer Hartmut Großer Leen Aloh Hella Lach Melanie Buhl Dietrich W. Grobe Siegfried Eisfeld Michael Touma Manuela O. Tietsch Ralph Schneider Hanna Jüngling Dagmar Westphal Gerhard Ludwig Dorothea Christian Sarina  M. Lesinski Dirk Gerhardt Norbert Lang Monika Adolph

 

 

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Eine Leseprobe aus:
"Oben ohne"
oder das unsichtbare Kostüm
(Walter Kiefl / Marina Marinescu)

Einleitung:
Zur Untersuchung eines heiklen Themas

„Es gibt keine von Natur aus banalen, an sich uninteressanten Handlungen“
(Jean-Claude Kaufmann)

Vor mehr als dreißig Jahren, im Frühsommer 1964, gelang es einem bislang wenig bekannten Modeschöpfer, in die Schlagzeilen der Boulevardpresse zu kommen und sich dort einige Wochen lang zu behaupten. Es handelte sich um Rudi Gernreich (1922 - 1985), den „Erfinder“ des „oben-ohne“ Badeanzugs, der nach Auffassung seiner wenigen Befürworter einen Beitrag zur Enttabuisierung des Körpers, zur Liberalisierung (nicht nur) am Strand und damit zur allgemeinen gesellschaftlichen Entkrampfung geleistet hat, Nach Meinung der konservativen Mehrheit galt (Gernreich aber als „Narr“ oder „Moralverbrecher“.

Nicht einmal die zu jener Zeit in ihrer Nische etablierte FKK-Bewegung hat diesen Vorstoß positiv aufgenommen. Skepsis und Ablehnung überwogen auch hier, denn Gernreichs Idee hatte nichts mit der Ideologie und Tradition der Nacktkultur zu tun. Weder die „oben ohne“ Mode noch der später massenhaft praktizierte Verzicht auf Büstenhalter im Bad und am Strand können als Vorform oder Konsequenz des organisierten Nudismus betrachtet werden. „Oben ohne“ ist ein eigenständiges Phänomen, das auf teilweise anderen Motiven, Begründungen und Traditionen beruht, wenn sich auch die damalige Empörung mit tief verwurzelten anti-nudistischen Affekten, mit Nudophobie, erklären läßt.

Die Anregung, sich mit der Liberalisierung an Stränden und in Bädern zu befassen ergab sich zunächst aus der Genugtuung darüber, daß sich - etwa seit Ende der 60er Jahre der Badekleidungszwang gelockert hat. Zum Ablegen der Oberteile (oder gar zum „wilden“ Nacktbaden) gehörte anfangs noch Mut angesichts eines damals noch ziemlich ungebrochenen Verhältnisses zur Obrigkeit und ihrem Sanktionspotential. Aber auch schon im Vorfeld behördlichen Eingreifens handelte es sich um ein riskantes Unterfangen, denn mit mißbilligenden Blicken, unfreundlichen Bemerkungen oder Drohungen mußte gerechnet werden.

Begleiterscheinungen der in den 70er und 80er Jahren zu beobachtenden Entkrampfung im
Bad waren die Rückzugsgefechte der Moralisten, von empörten 1 Leserbriefschreibern bis hin zu organisierten Kampagnen „ordentlicher“ Bürger gegen diesen doch recht bescheidenen Befreiungsakt. Manche hatten nichts sinnvolleres zu tun, als Unterschriften gegen inoffizielle FKK-Gelände an Seen oder das „oben-ohne“ Baden in Freibädern zu starten. So rief z.B. der Münchner Katholikenrat in der „Sauren-Gurken-zeit“ des Jahres 1981 zum Kreuzzug gegen die „Nackte Unkultur“ im Englischen Garten auf und drohte sogar mit Bürgeraktionen (S. 85)‘ Es erscheint bezeichnend, daß sich die

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Dr. Walter Kiefl