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Monika Adolph Leen Aloh Werner Betz Anneliese Blacha Melanie Buhl Dorothea Christian Richard Erren Dirk Gerhardt Dietrich W. Grobe Hartmut Grosser Ingrid Hammer Brigitte Isensee Friedesine Strüver Walter Kiefl
Hella Lach Norbert Lang Johanna G. Lenz Sarina M. Lesinski Gerhard Ludwig Barbara Merten Alexandra Pfister Ralph Schneider Michaela Schreier Gudrun Strüber Manuela Tietsch Michael Touma H. D. Viel Dagmar Westphal

Michaela Schreier Anneliese Blacha H. Dieter Viel Gudrun Strüber Alexandra P. Pfister Johanna Gerlinde Lenz Walter Kiefl Ingrid Hammer Hartmut Großer Leen Aloh Hella Lach Melanie Buhl Dietrich W. Grobe Siegfried Eisfeld Michael Touma Manuela O. Tietsch Ralph Schneider Hanna Jüngling Dagmar Westphal Gerhard Ludwig Dorothea Christian Sarina  M. Lesinski Dirk Gerhardt Norbert Lang Monika Adolph

 

 

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Eine Leseprobe aus:
„Reife Blüten blühen am schönsten“
Bilder gegen den Jugendkult
(Walter Kiefl)


Zur Einführung

Als ich vor einigen Jahren zur Illustration eines Buches über die „oben ohne“-Bademode Amateur-Fotomodelle gesucht habe, war ich von der positiven Resonanz auf meine Kleinanzeige überrascht. Obwohl nur ein kleines Honorar geboten war, haben sich mehrere attraktive Damen im Alter zwischen 35 und 60 Jahren gemeldet, die bereit waren, sich im Frei- oder Hallenbad, am Baggersee, am Strand, im Stadtpark oder in ihrer privaten Umgebung ablichten zu lassen. So hatte ich bald mehr Bilder, als ich für das Vorhaben benötigte, zumal sich auch noch meine Co-Autorin und weitere Bekannte beteiligten. Der vorliegende Band enthält einige der schönsten damals entstandenen Fotos, die zur Enttäuschung einiger Teilnehmerinnen bisher nicht oder nicht angemessen wiedergegeben werden konnten.

Wenn ich auch bereits bei der telefonischen Kontaktaufnahme mein Anliegen geschildert habe, gaben sich einige Interessentinnen zunächst etwas unsicher. Ihre Vorbehalte galten nicht mir oder meinem Projekt, sondern sich selbst. Sie konnten sich nicht vorstellen, dass ich gerade von ihnen Bilder wollte, wo es doch angeblich so viele schönere, jüngere und schlankere Mädchen gab, die sich gerne etwas dazuverdient hätten. Ich wollte aber für das Buch bewusst keine Aufnahmen von erfahrenen Modellen, die darin geübt waren, sich lächelnd oder gar in als „verführerisch“ angesehen Posen darzustellen, sondern realistische Fotos von mutigen und selbstbewussten Frauen, für die es (hoffentlich nicht nur beim Baden und Sonnenbaden) ganz normal ist, die gleichen Rechte wie die Männer einzufordern. Wenn es sich bei den Fotos auch nicht um professionelle oder gar künstlerische Bilder handelt (ich verfüge weder über eine entsprechende Ausbildung noch über eine höherwertige technische Ausstattung) hoffe ich, dass in ihnen wenigstens ansatzweise die Faszination zum Ausdruck kommt, die die Modelle durch ihre Authentizität auf mich ausgeübt haben.

Nicht allein der Wunsch, endlich eine überfällige Verpflichtung einzulösen und die Freude an der Wiedergabe erblühter Schönheit haben zu diesem Band geführt, sondern auch die Intention, auf diese Weise einen bescheidenen Beitrag zu leisten, der gesellschaftlichen Fixierung auf Jugendlichkeit bzw. bestimmten Klischees davon entgegenzutreten. Wenn über 40jährigen Frauen – von einem weltbekannten 70jährigen Sänger vor einiger Zeit generell als „reizlos“ abqualifiziert - immerhin noch Kompetenz, geistige Leistungsfähigkeit und menschliche Qualitäten zugestanden werden, müssen sie sich im Falle einer wenig verhüllenden Präsentation z.B. am Strand oder im Freibad von den Medien und der veröffentlichten Meinung (individuell, falls prominent, ansonsten pauschal) mitunter kritische Beurteilungen und Bemerkungen gefallen lassen, und es bedarf einer gewissen inneren Stärke, sich von derartigen Verdikten nicht einschüchtern zu lassen. So erfuhr z.B. vor wenigen Jahren eine nicht mehr ganz jugendliche Schauspielerin, die sich im Bikini hatte fotografieren lassen, in Leserbriefen, Zeitungsglossen und Chat-Foren neben viel Anerkennung für ihren Beitrag zur Aufwertung reiferer Menschen auch Spott und Ablehnung. Ähnliches widerfuhr auch einer etwas jüngeren freizügigen Kollegin für Paparazzi-Fotos. Solche Reaktionen, aber auch davon genährte dumme Bemerkungen, abschätzige Blicke und plumpe Anzüglichkeiten lassen den Verdacht aufkommen, dass es hier auch darum geht, Frauen jenseits einer gewissen Altersgrenze mit dem Verweis auf unverstandene bzw. gedankenlos dahergeplapperte „ästhetische“ Kriterien zu disziplinieren.

Die vorliegende exemplarische Demonstration reifer Schönheit will solchen Vorurteilen begegnen. Den sich auf den folgenden Seiten zeigenden selbstbewussten Frauen gebührt – auch stellvertretend für unzählige andere, die sich nicht allzu sehr darum bekümmern, inwieweit sie gegen überkommene Denk- und Verhaltensmuster verstoßen – Dank dafür, dass sie in einem umfassenden, d.h. nicht nur auf die Körperlichkeit beschränkten Sinn als Modell gewirkt haben und dies auch weiterhin tun.


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Dr. Walter Kiefl