
Normalerweise haben Erzählungen Anfang, Mitte
und Ende. In der vorliegenden Erzählung ist das eigentliche
Geschehen die immer währende Fortbewegung der Ereignisse.
Denn: "Ein Ende ist nicht abzusehen."
Ingrid Hammer baut ihre Geschichte aus fragmentarischen Beobachtungen
und Reflexionen. Obwohl die Welt äußerlich im Wandel
begriffen ist, bleibt der Mensch unentrinnbaren Wiederholungen
ausgeliefert. Dabei wird die Fahrt mit der Eisenbahn zu einer
Metapher für die Lebenreise.
Aber wo bleibt die Ankunft in dieser rasenden Welt? Nicht das
Ziel der Reise steht im Mittelpunkt, sondern der Weg an sich.
Erinnerung und Gegenwart. Linearität der Zeit und die kreisförmige
Wiederkehr des Vergangenen treffen sich. Diese Kreuzwege der Zeiten
bilden die Kulissen unserer kurzen Aufenthalte.
In den Zug des Lebens einfach einsteigen, auch wenn man nicht
weiß, auf welchem Bahnhof man ankommen wird und ob man da,
wo man hin will, auch willkommen ist.
Bruchstückhaft tauchen die Erinnerungen am Zugfenster auf
wie Birkenwälder und Kirchtürme.
Das Rad des Lebens rollt auf den Schienen immer weiter und wir
begeben uns wieder in den ewigen Strom des Lebens.
Die Grafiken von Michael Touma spiegeln dieWelt
des Wandels wider, die die Autorin beschreibt,
mit all ihren Widersprüchen, Kuriositäten und Unzulänglichkeiten.
Ingrid Hammer:
Als hätten sie ein Ziel. Leipzig: Toumaart 2006, 64 S.;
Preis 21,00 Euro (- - - )
Leseprobe
zurück