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Mordsmäßig harzig

Autor:
Barbara Merten
Verlag:
Herausgeber ‏ : ‎ Elektronik-Praktiker; 1. Edition
Erscheinungsjahr:
2922
Sonstiges:

Sprache Deutsch
Taschenbuch 208 Seiten
ISBN 978-3-96901-037-2
Preis: 9,95 Euro

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Oder direkt beim Autor.
Leseprobe
Eine kleine Kostprobe aus dem 9. Kapitel: Mittwochmorgen am Wiesenbeker Teich Der Wetterbericht hatte für den Nachmittag Gewitter angekündigt. Deshalb hatten sich Mathilde und Christian überlegt, gleich nach dem Frühstück eine Runde um den Teich zu drehen. Die Ärzte hatten ihr Bewegung verordnet, und der nächste Termin in der Reha stand erst morgen wieder an. Sie warteten draußen vor der Baude auf die Bedienung. Am Nachbartisch hatte sich ein Mann hinter einer Zeitung verbarrikadiert, breitete sie wie eine Wand vor sich aus, so dass Schneider die Hauptschlagzeile regelrecht ins Auge sprang. ‚Kurhotel am Wiesenbeker Teich in Bad Lauterberg abgebrannt.‘ Neugierig versuchte er den Artikel darunter zu entziffern, was sich als schwierig erwies. Doch als der Mann die Zeitung beiseite legte und den Platz grußlos verließ, schnappte er sich das Blatt und begann zu lesen. „Lies vor“, forderte Mathilde. „Was schreiben sie denn?“ Er las: „Bad Lauterberg. Das ehrwürdige Kurhotel, ehemaliges Schmuckstück im Wiesenbek brannte in der Nacht zum Dienstag vollständig aus. Laut Kriminalpolizei ist von Brandstiftung auszugehen. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, so die zuständige Hauptkommissarin Frau von Berg. Noch tappe man im Dunkel, werde aber alles daransetzen den Brandstifter schnell dingfest zu machen.“ Schneider machte eine Pause, schaute auf. „Nun kommt nur noch was aus der Geschichte des Hauses. Nichts von einem Toten, nichts vom anstehenden Verkauf. Die halten hier ganz schön dicht. Wäre in Duderstadt anders.“ Er legte das Blatt beiseite, weil die Bedienung das Frühstück brachte. Sie genossen es, aßen Spiegelei und Lachs und stießen mit einem Glas Sekt an. Noch strahlte der Himmel in kräftigem Blau. Doch die warme schwüle Luft kündigte schon einen Wetterwechsel an. „Wirklich schön hier, Christian. So nah an zu Hause und doch weit weg von allem“, sinnierte Mathilde und blickte verträumt über den Teich. „Warum haben wir das erst jetzt entdeckt? Wenn ich das gewusst hätte, hätten wir hier schon öfter mal einen Kurzurlaub verbracht. Das kannst du mir glauben.“ „Das glaube ich dir aufs Wort. Jetzt weißt du wenigstens, wofür dein Hallux gut war“, scherzte er. „Hat alles seinen Sinn. Aber du hast Recht. Hier ist es wirklich schön. Wenn man von der Brandruine da drüben einmal absieht. Auch die Wanderung mit Otto zum Ravensberg hat mir Spaß gemacht. Dorthin wandern wir beide, sobald du wieder besser laufen kannst. Einverstanden? Aber vorher informiere ich mich, ob geöffnet ist. Das ist echt ärgerlich, wenn du oben ankommst und nach einem kühlen Getränk lechzt, und es ist geschlossen.“ „Tja, hättest du auf mich gehört, hättest du dir ein ordentliches Frühstück und vor allem was zu Trinken eingepackt. Aber das war dir ja zu umständlich. Ihr Männer denkt immer erst an so was, wenn ́s zu spät ist, die Zunge am Gaumen klebt und der Magen knurrt“, bemerkte Mathilde spitz. Christian rollte verstimmt die Augen. „Beim nächsten Mal kannst du mir ja was einpacken.“ Er knuffte sie mit dem Ellenbogen. „Lassen wir das ärgern und begnügen uns heute mit einem kleinen Spaziergang um den Teich, so wie die Kuh?“ Mathilde stutzte. „Die Kuh? Wieso ist hier ́ne Kuh um den Teich spaziert? Willst du mich auf den Arm nehmen?“ Christian begann herzhaft zu lachen. „Das hätte Fuzzi jetzt auch gefragt.“ Mathilde gab ihm den Knuff mit der Faust zurück. „Verscherz es nicht! Mit mir springst du nicht so um wie mit deinen Mitarbeitern“, drohte sie. „Ich liebe dich, mein Schatz. Kennst du nicht den Spruch, den wir als Kinder schon geplappert haben? ‚DIEKUHLIEFUMDENTEICH’“ Mathildes Gesicht erhellte sich. „Ach ja, ich erinnere mich. Das haben wir so schnell hintereinander geplappert und falsch betont, dass man den Sinn nicht verstehen konnte. Ich kenne auch noch einen!“, rief sie begeistert. „DIEKUHRANNTEBISSIEFIEL!“ Sie hakte sich bei ihm unter. „Komm, ich renne nicht, sondern versuche langsam, wie Schmidtchen Schleicher, den Weg um den Teich zu schaffen, ohne hinzufallen. Gehen wir links oder rechts rum?“ „Wenn ich ́s mir aussuchen darf, dann links rum.“ Mathilde schmunzelte und schüttelte den Kopf. „War ja klar, Herr Kommissar. Aber wenn du beim Hotel alles inspiziert hast, bist du wieder ganz bei mir. Okay? Du weißt, was ich meine.“ Christian nahm sie in die Arme. „Ach Mathilde. Du kennst mich besser als ich mich selber. Ja, wenn wir am Hotel vorbei sind, bin ich wieder ganz privat. Versprochen. Danke, dass du mich so nimmst, wie ich bin.“ „Was bleibt mir anders übrig, wenn ich mit dir alt werden will?“, entgegnete sie und humpelte los
Rezension

Klappentext

‚Mordsmäßig harzig‘ ist der dritte Band um Hauptkommissar Christian Schneider, den Schnüffler
aus dem Eichsfeld, der in seiner Freizeit am liebsten mit seiner Frau Mathilde wandern geht.
Weil Mathilde nach einer Fuß OP drei Mal die Woche zur Physiotherapie nach Bad Lauterberg
muss, hat das Ehepaar entschieden auf dem Campingplatz am Wiesenbeker Teich nebenbei Urlaub
zu machen.
Abends beim Essen mit Freunden auf der Terrasse der Baude müssen sie mit ansehen, wie das alte,
leerstehende Kurhotel in Flammen aufgeht. Erinnerungen an die Kindheit, an ein dickes Stück Torte
im Café, an den Musiker der zum Tanztee aufspielt, werden in Schneider wach. Schnell wird klar,
dass Brandstiftung die Ursache war und er sich an den Ermittlungen beteiligen wird, denn ein
zwielichtiger Duderstädter Immobilienmakler war einer der Kaufinteressenten.
Hat der Geophysiker aus Kanada, der im Wiesenbek nach Rohstoffen sucht, seine Finger im Spiel?
Auch der Mann, der im abgebrannten Hotel tot aufgefunden wird, wirft neue Fragen auf.
Schneiders Schnüffelnase gerät arg unter Druck, als in Duderstadt auch noch die Tochter des
Immobilienmaklers entführt wird und ein Erpresserbrief auftaucht. Hin und hergerissen zwischen
Bad Lauterberg und Duderstadt versucht er nicht die Übersicht zu verlieren.