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Zur Verleihung des 2. Literaturpreises Harz

Zur Verleihung des 2. Literaturpreises Harz

Der Titel der Anthologie: „Und wenn im Harz die Bratkartoffeln blühn“, hatte mich im Frühjahr bei einer Ausschreibung im Internet sofort angesprochen. Mit einem kleinen Gedicht nahm ich daran teil und wurde vom Geestverlag zur Buchpremiere nach Harzgerode eingeladen. In dem kleinen Harzort sollte die Anthologie vorgestellt und der ‚2. Literaturpreis Harz‘ verliehen werden. Als Dankeschön für den Beitrag würde jeder Teilnehmer das Buch ausgehändigt bekommen.
Am Sonntag, den 26. August fuhren wir also morgens über die A38 gen Ostharz.
Mein Mann und ich waren gespannt auf die ‚großen Literaten‘. Das Örtchen Harzgerode mit seinem Schloss kannten wir noch nicht. Es liegt im Südosten des Harzes. Ganz anders als der westliche Teil mit seinen schroffen Bergen und engen Tälern, zeigt sich das Gebirge hier von der sanft hügeligen Seite. Wälder und Wiesen auf einer Hochebene gelegen, traumhaft schöne Seen, die früher zum Erzabbau angelegt wurden, ließen sofort Wanderlust und Urlaubsstimmung aufkommen. Entschleunigung war das Wort, das mir, nachdem wir die Autobahn verlassen hatten, in den Sinn kam. Kaum eine Menschenseele, wenig Autoverkehr, Ruhe so weit das Auge und das Ohr reichten. Das Schloss von Harzgerode und der Marktplatz mit dem Rathaus entpuppten sich als ein schmuckes Kleinod, viel zu schade um vergessen zu werden. Auf dem Parkplatz eines Einkaufsmarktes, gegenüber dem Schloss, trafen wir auf Autos aus Hamburg, Berlin, Gifhorn, Goslar und anderen Orten. Waren sie allesamt zu diesem Ereignis angereist?
Voller Erwartung stiegen wir die Stufen zum Festsaal im 1. Stock des Schlosses hinauf. Ein wunderschön heller, mittelalterlicher Saal empfing uns einladend. Menschen, die sich begrüßten, Neuigkeiten austauschten, standen in Grüppchen zusammen. Erfreut erblickte ich Hans-Joachim Wildner, der an unserer Creativo Anthologie: ‚Fachwerkgeflüster aus dem Eichsfeld und anderswo‘ teilgenommen hatte. Auch Gerlinde Lenz aus unserer Creativo-Gruppe war angereist.
Die Stuhlreihen füllten sich. Neugierig und gespannt warteten wir auf den Beginn der Veranstaltung. Die zu solchen Anlässen oftmals zähen Reden entpuppten sich als angenehm kurzweilig. Der Bürgermeister, der Landrat, Frau Riehemann als Herausgeberin und Herr Büngen als Vertragsleiter des Geest-Verlages verstanden es allesamt die Zuhörer informativ zu unterhalten. So ging dieser erste Teil schnell vorbei.
Danach wurden die jeweils 3. Preise in Prosa und Lyrik vorgestellt. Frau Riehemann und Herr Büngen hatten jedem Autor eine Laudatio gewidmet. Die Gewinner trugen anschließend ihre Geschichte, bzw. ihr Gedicht vor. Ich war beeindruckt. Auch die 2. Preise fand ich sehr interessant. Buntgemischte Genres wechselten sich ab. Von jungen Schriftstellerinnen mit ihrer eigenen Sprache bis zu Harzer Mundart hatten die Juroren verschiedene Schreibstile gewürdigt. Den ersten Preis in der Kategorie Lyrik bekam Angelica Seithe mit ihrem Beitrag: ‚Grenzweg‘.
Besonders gefreut hat mich aber der 1. Preis in der Kategorie Prosa. Hans-Joachim Wildner erhielt diese Auszeichnung mit seiner aktuellen Geschichte: ‚Wo ist Palmyra?‘ Obwohl er total überrascht war, trug er sie doch wunderbar vor. Wir lauschten gebannt dieser berührenden Geschichte von der Flucht eines Kindes aus der syrischen Stadt Palmyra über das Mittelmeer. Zum Schluss hatte wohl jeder von uns feuchte Augen. Tief ergriffen klatschten wir Beifall. Diese Geschichte ist wirklich einen 1. Preis wert.
Herzlichen Glückwunsch Hans-Joachim!
Voll Freude und Neugier nahm ich mein Buchexemplar in Empfang. Am Abend machte ich es mir zuhause gemütlich und suchte natürlich meinen kleinen Beitrag zwischen diesen großartigen Gedichten und Geschichten. Aufgeregt schlug ich die Seite 138 auf. Den Titel hatte ich mit Frau Riehemann am Telefon auf ihren Wunsch hin geändert. Das Gedicht sollte nun heißen: ‚Wenn die Gurken säuern‘. Ich las weiter und verstand nicht. ????
Mein Gedicht begann doch ebenso wie der Titel des Buches:
‚Wenn im Harz die Bratkartoffeln blühn‘. Stattdessen begann es nun mit der zweiten Zeile: ‚beginnen die Herzen der Hexen zu glühn…..‘
Enttäuscht legte ich das Buch beiseite. Die erste und wichtige Zeile war nicht abgedruckt und das Gedicht somit unvollständig, ja missverständlich. Schade.
Barbara Merten