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Farbenfroh – Kunterbunte Kindergeschichten

Autor:
Marianne Stegmaier
Verlag:
Fabuloso Verlag
Erscheinungsjahr:
2020
Sonstiges:

50 Seiten
Paperback
viele keine Zeichnungen der Autorinnen und Autoren
ISBN 978-3-945346-89-1
Preis: 6,00 €

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Oder direkt beim Autor.
Leseprobe
Von Farbe und Freundschaft Annemarie Stein Eines Tages erwachte der kleine Hase Sebastian in seinem Nest. Draußen vom Felde drangen aufgeregte Stimmen zu ihm herunter und ein wenig bebte auch sein Nest, was ihn verwunderte und zugleich auch etwas beunruhigte. Da er als einer der mutigsten Hasen in seiner Clique galt, stand es für ihn außer Frage, dem Ganzen auf den Grund zu gehen. Als er seinen Kopf aus seinem Nest herausstreckte, traute er zunächst seinen Augen nicht. Alle Tiere des Waldes liefen kreuz und quer umher, aufgeregt und verängstigt. Manche standen aber auch einfach nur da, erstarrt von dem, was sie vor sich sahen und was er nun auch langsam zu be­greifen begann. Der Wald hatte seinen Farben verloren. Keine Blume, kein Baum, der Himmel und auch die Sonne, sie unterschieden sich farblich nicht mehr voneinander. Alles war Grau in Grau – bis Schwarz. Ein erschreckender Anblick. Was war geschehen? Niemand hatte wirklich Zeit, ihm seine Fragen zu beantworten. Verzweifelt und ratlos schaute er sich um. Oben auf einem der Bäume saß die alte weise Schnee­eule Lulu, die, so schien es, teilnahmslos dem ganzen Treiben zusah. Sebastian sprach sie an: „Eule Lulu, weißt Du, was hier geschehen ist? „Jaaa, das kann ich dir sagen. Jemand hat die Farben im ganzen Land gestohlen. Die Pinsel auch und die Töpfe dazu. Uhu uhu!“ „Wer macht denn sowas?“, fragt Sebastian entsetzt. „Das war die traurige Hexe hinter dem schwarzen Gebirge im schwarzen Tal. Sie war es leid, im Dunklen zu leben, so ohne Farbe, so ohne Freunde. Da wurde sie neidisch auf unsere Welt und dachte sich wohl, wenn ich im Dunklen leben soll, so farb- und freudlos, ohne Freunde, dann soll uns Gleiches geschehen. So gab sie ihren Leuten Befehl, jedem Gegenstand, jedem Lebewesen seine Farbe zu steh­len und sie in ihr Land zu bringen. Doch wusste man dort nicht damit umzugehen und war ratlos, wie diese vielen Farben zu verteilen sind. Niemand wusste, ob nun ein Hase grün oder pink war, ein Baum lila oder orange …? Und dann spürte die Hexe auch, dass die Farben allein sie nicht glücklich machen würden, denn Freunde hatte sie immer noch nicht.“ Das wusste die Eule Lulu zu erzählen, denn sie sah manchmal die Hexe, wenn sie in ihrem Garten das Hexen übte und dabei nicht sehr glücklich wirkte. Es applaudierte ihr ja niemand, selbst wenn ihr etwas Gutes gelang. Als Sebastian zu Ende zugehört hatte, trommelte er die Tiere des Waldes zusammen und erzählte, wie es sich zugetragen hatte, dass nun alles grau in grau war. Die Waldbewohner waren gar nicht mehr ver­ärgert. Sie kannten ja nun die Ursache des ganzen Durcheinanders, und sie nahmen ihren ganzen Mut zusammen und gingen über die Grenze, die ins Land der traurigen und gefürchteten Hexe führte. Sie wollten mit ihr Freundschaft schließen. Einige von ihnen gingen eng aneinandergeschmiegt mit klopfendem Herzen. Aber als sie die Hexe wahr­haftig das erste Mal sahen, waren sie erstaunt. Sie sah beinah niedlich aus mit ihrer Stupsnase, ihren langen lockigen Haaren und ihren großen braunen Augen so schön wie Schokolade. Sie gingen langsam auf sie zu und auch der Hexe selber war es sehr mulmig dabei. So viele Fremde waren in ihrem Land ungebeten eingetreten. Aber sie fühlte auch eine ganz neue Wärme in ihrem Herzen. Und mit einem Mal wurde über ihr der Himmel himmelblau, die Sonne strahlend gelb, der Wald so grün wie nie zuvor. Alles bekam seine ursprüngliche Farbe und bald konnte man das Reich der Hexe und den Wald der Waldtiere nicht mehr voneinander unterscheiden. Schon bald gab es keine Grenzen mehr. Man lern­te sich immer besser kennen und war sich bald so vertraut, dass das Zuhause des anderen auch sein eigenes war. So löst sich doch so mancher Spuk, der keiner ist, wenn man sich zu schauen traut, wer der andere wirklich ist.
Rezension

Klappentext

Suche de Goldtopf am Ende des Regenbogens.

12 Autorinnen und Autoren der Schreibgruppe „Schreiben für die Seele“ haben unter der Leitung von Marianne Stegmaier Geschichten geschrieben die sich mit Farben beschäftigen.
Nachdenklich, lustig, auch mal ernst aber immer unterhaltsam.