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Des Lebens seine Gedanken

Autor:
Dr. Esther Morales-Cañadas
Verlag:
Fabuloso Verlag
Erscheinungsjahr:
2019
Sonstiges:

Hardcover
56 Seiten, 10 Zeichnungen
Preis 10,80 €

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Leseprobe
Ich vergaß dieses Wort

Ich vergaß dieses Wort.
– Das Wort, das warm war –
Ich fühlte nicht mehr seinen Inhalt.
– Inhalt des Schmerzens und der Freude –
Verschwunden aus meinen Sinnen
flog es hinweg durch die Hände.

Das Wort!
– Welches Wort?
Das Geheimwort!
– Welches Geheimnis?
Mein Geheimnis.

Das Geheime Wort, das mir Jugend gab.
Die Jugend, die mir das Wort gab.
Das vergessene Wort!
(Die vergangene Jugend)



Es war einmal ein Blümlein

Es war einmal eine Blume, eine rote Blume, die am Morgen ihre prächtige Farbe unter den Sonnenstrahlen ausbreitete. Es war eine Blume, die einfach dastand, zwischen den Büschen und Gräser, am Fluss und auf den Bergen.
Eigentlich ein kleines Blümlein, nicht wichtig, nicht außergewöhnlich, ein wildes Blümlein.
Aber es stand da und lächelte zu jedem, der es betrachtete, und es schenkte ihm sein Parfum.
Und dieses Blümlein war von vielen begehrt, obwohl es nicht großartig war. Aber es war ein Blümlein, das im Morgen glänzte, am Mittag lächelte und in der Nacht Wärme ausstrahlte. Alle wollten es anfassen und bei ihm sein. Und wenn sie schon genug von ihm hatten, gingen sie fort.
Jeder nahm ein Blättchen mit, diese roten Blättchen, die ihm selbst sein Leben gegeben hatten …
Das Blümlein bemühte sich, neue Blätter wachsen zu lassen, aber die Zeiten hatten seine Kräfte gemindert, denn alles auf unserer Erde ist vergänglich … wie die Liebe …

Es war einmal eine Blume, ein Blümlein, das seine ganze Liebe verbreitet hatte und alle Menschen konnten etwas davon bekommen …
Dieses Blümlein hatte aber jetzt kein Blättchen mehr, also strahlte es nicht mehr, es weinte nur.
Und wer mag ein Blümlein, das nur weinen kann?
Es war einmal ein Blümlein, ein wildes Blümlein, das es nicht mehr gibt …
Es war einmal ein Blümlein, ein wildes Blümlein, ein „ich“, das nicht mehr geben kann, weil die Liebe selbst es vernichtet hat …
Es war einmal …
Rezension

Klappentext

Einstimmung

Das Leben: Dieser Raum, in dem sich unsere Exis­tenz von Geburt an bis zum Tode bewegt, ist auch der Motor unseres individuellen Schicksals. Das Leben selbst gestaltet den Verlauf unserer Taten, aber auch unsere Gedanken, die ich hier in Form von Gedichten zum Ausdruck bringe.
Dafür jongliere ich mit der Sprache, verwende Metaphern und den vergessenen Konjunktiv, und entferne mich oft von der gängigen deutschen Grammatik, auch mit dem Sinn einen Rhythmus (meinen) oder Reime innerhalb der Verse zu bilden. Damit soll die Fantasie des Lesers geweckt werden, damit dieser den philosophischen – oft auch surrealistischen – Sinn der Gedanken selbst entdecken oder interpretieren kann.
Es ist nichts anderes als die Sprache – der Gedankengang – des überraschenden Lebens selbst.