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Glück ist wahrscheinlich für jeden Menschen etwas anderes

Autor:
Dr. Walter Kiefl
Verlag:
Mentalibre; München
Erscheinungsjahr:
2016
Sonstiges:

ISBN 978-3-940223-20-3
76 Seiten
7,70 Euro

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Leseprobe
Vorbemerkungen

Das Wort „Glück“ stammt vom mittelhochdeutschen „gelucke“. Darunter verstand man den günstigen Ausgangs eines Ereignisses, unabhängig vom Zutun oder Talent des Beteiligten. Während im angelsächsischen Sprachraum ziemlich konsequent zwischen einer solchen günstigen Fügung (luck), dem Vergnügen oder Genuss (pleasure) und der daraus (oder aus anderen Ursachen) resultierenden heiteren Stimmung (happiness) unterschieden wird, ergibt sich im Deutschen eine derartige Differenzierung erst bei näherer Betrachtung. Dabei lassen sich noch mehr Aspekte von „Glück“ herausarbeiten, so zum Beispiel bei Eckart von Hirschhausen (2009, S. 18 f.):

– das Glück des Zufalls (z.B. um Haaresbreite einem Verkehrsunfall entkommen oder eine günstige Gelegenheit zu erkennen)
– das Glück der Selbstüberwindung (etwa bei der erfolgreichen Erledigung einer schwierigen Aufgabe oder bei der Unterstützung anderer Menschen)
– das Glück des Genusses (z.B. bei einer Naturbetrachtung oder einer wohlschmeckenden Mahlzeit)
– das Glück der Gemeinschaft (z.B. bei mit anderen Menschen angenehm verbrachte Zeit)
– das Glück des „erhabenen Moments“ (z.B. wenn man verliebt oder zu einer wichtigen Erkenntnis gelangt)

Die nachfolgenden rund 250 Zitate decken einen Großteil dessen ab, was man gewöhnlich in einen Zusammenhang mit einem unspezifizierten Glücksbegriff bringt. Es handelt sich dabei sowohl um ernste und tiefgründige als auch um eher oberflächliche Beobachtungen und Erkenntnisse, um einfühlende, ernste, witzige oder ironische Bemerkungen, zumindest aber um nachdenkenswerte Sätze. Je nach Herkunft, Veranlagung, Erfahrung und weltanschaulicher Orientierung wird man nicht mit allem übereinstimmen und vielleicht manches auch nicht nachvollziehen können oder wollen (etwa die Glücks- und Genussdefinitionen von Dschingis Khan oder Josef Stalin). Dessen ungeachtet liefert jede Aussage als Spiegelbild einer bestimmte Kultur, Geisteshaltung und Persönlichkeit Informationen über die Vielfalt möglicher glücklicher Momente, Erlebnisse, Ziele und Zustände. Insofern macht es wenig Sinn, über die Inhalte zu urteilen. Zur Erlangung von mehr begrifflicher Klarheit ergiebiger erscheint es dagegen, sich stets der beiden zugrunde liegenden Dimensionen bewusst zu sein, nämlich:
– der Fügungen (für die, die an eine Vorherbestimmung oder an einen vorgegebenen Lebenssinn glauben)
oder Zufälle (für die, die nicht daran glauben), die gesellschaftlich als glücklich definiert sind (aber nicht notwendig auch als glücklich erlebt werden), zum Beispiel Beförderung oder überraschender Reichtum.
– und der (von solchen Fügungen nicht notwendigerweise abhängigen) Glückserlebnisse.

Beide sind nicht vollständig der menschlicher Willkür unterworfen, aber auch nicht nur von äußeren Umständen determiniert: In einem gewissen Ausmaß lässt sich sowohl die Chance von Zufällen oder. günstigen Fügungen erleichtern (z.B. durch Fleiß, durch Schulung eines Blicks für gute Gelegenheiten) als auch die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Glückserlebnissen (z.B. durch Entwicklung von Sensibilität und Gelassenheit). Eine solche Sichtweise könnte zu einer Entmystifizierung der Vorstellungen vom „Glück“ und damit auch zum Abbau mancher verfestigter und lähmender Benachteiligungsideen beitragen – auch wenn letztere subjektiv mitunter bequem sein mögen, indem sie die Verantwortung für die eigene Unzufriedenheit schicksalhaften Mächten zuschieben.
Rezension

Klappentext

Nachdenkenswertes über Glück, Lebenskunst und Zufriedenheit

Glück
als Abwesenheit von Unglück und Verdruss

Positives Glück gibt es auf Erden nicht. Irdisches Glück heißt: Das Unglück besucht uns nicht zu regelmäßig. (Karl Gutzkow)

Glück ist auch ein bisschen die Kunst, kein Pech zu
haben. (Gerd Ruge)

Glück ist, wenn das Pech die anderen trifft. (Horaz)

Wer Zahnweh hat, hält jeden, dessen Zähne gesund sind, für glücklich. (George Bernard Shaw)

Solange einer hungert, weiß er den Weg zum Glück.
(Thomas Niederreuther)

Wir bedürfen wenig, wenn wir unglücklich sind;
unersättlich macht uns nur das Glück. (Lebensweisheit)

Einen Schuss Wüste braucht der Mensch – um das Glück der Oase willen. (Martin Kessel)

Ein Glück, dass man nicht alle kennt, die man nicht mag. (Hans-Dieter Schütt)